Elektronischer Ausstellungsraum und Katalog der DACollection
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Künstler/in: Werktitel: Jahr: Technik/Medium: Keywords:

Atelier Hauert Reichmuth
LUMO LED
2009
generative Licht-Bildmaschine
Objekt

      

Die Licht-Bildmaschine LUMO LED spielt auf ihren 16 Leuchtkammern einen unablässig sich ändernden Verlauf von Lichtmustern und Formen. Chaotische Formationen wechseln ab mit geometrischen und rhythmischen, Blitzeffekte interferieren mit weichen Dimm-Übergängen. In LUMO LED führt das Atelier Hauert Reichmuth seine Entwicklung von Pixel-Lichtmaschinen weiter und bezieht sich spielerisch auf die Bildgeneratoren in der Computerkunst der 60er Jahre. LUMO LED wurde in Zusammenarbeit mit Volker Böhm entwickelt.

Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth arbeiten seit 1999 an einem gemeinsamen künstlerischen Konzept, das mediale Inszenierungen, Installationen, Objekte und Performances umfasst. Sie entwickeln und bauen elektronische Systeme in Kombination mit gestaltungsfähiger Software. Ein Forschungsschwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt in der Mensch-Maschinen-Interaktion und deren räumlicher Inszenierung. Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth leben und arbeiten in Basel.



video dok
atelier hauert reichmut


Beat Brogle
One Word Movie
2003
Internet, Video
Conceptual art, Information visualization


    

Beat Brogles internet-basierter One Word Movie bietet dem User auf der Einstiegsseite die Möglichkeit, einen Suchbegriff einzugeben. Der Programmcode des Werks löst darauf in verschiedenen Bildersuchmaschinen die Suche nach den mit diesem Begriff verbundenen Bildern aus und führt diese im One Word Movie zu einer schnell ablaufenden Bilderfolge zusammen. One Word Movie transformiert die Bilderflut des Internets in einen animierten Film. Indem die Anwender Suchbegriffe eingeben, verwandeln sich die Worte in Bilder und die Bilder in einen Film. In One Word Movie wird die Differenz zwischen einem netzbasierten und einem filmischen Umgang mit Bildern thematisiert. Er ermöglicht einen Einblick in die kollektive Psychologie der Online-Kulturen. Zum Vorschein gebracht werden Muster von Wort-Bild-Beziehungen, wie sie von Millionen Nutzern des WWW rund um die Erde entworfen werden. Programmiert wurde One Word Movie von Philipp Zimmermann.
One Word Movie ist eine befristete Leihgabe von Beat Brogle und Philippe Zimmermann an die DA Collection.

Der Schweizer Künstler Beat Brogle lebt in Berlin. Seine Arbeit schliesst so unterschiedliche Medien wie Zeichnung, Plastik, Film, Video und interaktive Installationen ein.

One Word Movie
Beat Brogle


Angela Bulloch
Night Sky Sirius
2007
Wall Object
Light Box



Angela Bulloch engages with the economy and semantics of interplanetary and interstellar relations, their gravitation fields and the kinds of visual representations of the earth, our solar system, and the universe that astronomy has experienced on the way from the age of enlightenment towards globalized pop culture.

Angela Bulloch (born 1966 in Rainy River, Ontario, Canada) is a London and Berlin based sculptor, installation artist and sound artist who is recognised as one of the Young British Artists. She studied at Goldsmiths' College, London (1985 -1988).

Angela Bulloch


collectif_fact
Loading
2006
3D Animation, Video
Loop, web movie

  

Das Video Loading zeigt den Eingang zu einer Tiefgarage. Die räumlichen Verhältnisse wirken schematisch, ähnlich einem Kartonmodell. Ununterbrochen fahren gleichaussehende Lieferwagen in das Gebäude. Nur die Signalisationen heben sich farblich von der Umgebung ab. Die Handlung baut eine Spannung auf, die aus der Erwartung eines Ereignisses resultiert, während ihr repetitiver Charakter die Situation absurd erscheinen lässt und abgelöst von der Ebene des Dargestellten. Indem wir alle Elemente des Films auf ein Minimum reduzieren, wecken wir ein Gefühl der Enttäuschung zwischem dem, was wirklich passiert und dem, was sich erreignen könnte. (Text collectif_fact)

Die Künstlergruppe collectif_fact besteht aus Annelore Schneider und Claude Piguet (bis 2009 auch Swann Thommen). Collectif_fact leben und arbeiten in Genf.

Loading
collectif_fact


Young-Hae Chang Heavy Industries
View and Plan of Seoul. A Transpacific...
2004
Internet, Animation
Language, Sound, Narration, 56kTv

      

2004 entwickelte das koreanische Künstler-KollektivYoung-Hae Chang Heavy Industries als Beitrag zum Programm des Web-Tv-Projekts 56k TV bastard channel einen Spionage-Thriller in 13 Folgen. Im Plot geht es um den Bericht einer koreanischen Agentin. Sie erzählt von der El-Greco-Affaire und von ihrem Auftrag, den niedlichen Kurator am Kunstmuseum in Toledo (Ohio) zu töten. Doch als Anhängerin der Kritischen Theorie verliert sie sich in ein spöttisches Räsonnieren über die Haupt- und Nebensachen einer globalisierten Welt, über die Graffities auf Männer-Toiletten oder den Vergleich zwischen der Beton-Architektur in Tokyo und Seoul. «View and Plan of Seoul – A Transpacific Intrigue» verbindet literarische mit musikalischen Qualitäten und illustriert sie mit einer expressiven typographischen Animation. Der rasche Takt der aufeinander folgenden Sätze, die permanenten Sprünge im Format der Typografie, die teils umgangssprachlichen, teils mit Einsprengseln aus Theorie oder Kunstkritik angereicherten Äusserungen sind hier von einer computergenerierten weiblichen Stimme mitgesprochen und machen die Lektüre zu einem ebenso reizvollen wie strapazierenden Wettlauf.

Young-Hae Chang Heavy Industries ist ein seit 1999 bestehendes Amerikanisch-Koreanisches Duo mit Wohnsitz in Seoul. Die gemeinsamen Werke des Autors Marc Voge und der Künstlerin und Übersetzerin Young-Hae Chang zeichnen sich durch schnörkellose Text- Animationen aus, die mit musikalischen, meist dem Jazz entlehnten, Rhythmen unterlegt sind.

View and Plan of Seoul. A Transpacific Intrigue
Young-Hae Chang Heavy Industries


Shu Lea Cheang
Apt
2001
Internet
Interactive Net art

      

In «Apt» Shu Lea Cheang creates a home for the digitally homeless >> your apartment comes to your desktop wherever you will be in the world >> 400x400 pixels >> It will come through millions of connections >> breaking through into the dark room >> resize it as you like it >> Your apartment is apt >> it is apt for you >> shrinking and expanding the surface of your vision >> apt exemplifies the autopoietic space, the core element of temporalised identity >> expanding into urban landscape and shrinking into an element of identity, called new heimat >> new heimat is always where the user is >> the romantic desire for personal and cultural identity >> in an age of fragmentized, temporalised identites >> "memories dreaming of you" >> "life goes on" >> loading data into the endless black space >> loading data ... loading data ...(Text Hans Dieter Huber)
Die Arbeit «Apt» ist Cheangs Beitrag zum Online-Kunstprojekt «shrink to fit, das sich 2001 mit Fragen nach der Ökonomie von Zeit und Aufmerksamkeit bei Online-UserInnen befasste.

Shu Lea Cheang versteht sich als Cyber-Nomadin, für ihre Projekte lebt und arbeitet sie an wechselnden Orten in Amerika, Europa und Asien. Die 1954 inTaiwan geborene Künstlerin experimentierte zunächst mit Videoarbeiten, war seit 1981 Mitglied des Paper Tiger Television collective in New York. Zu ihren bekannten Multimedia- und WWW-Arbeiten gehören die Projekte »Bowling Alley« (1995) für die Online-Galerie des Walker Art Center in Minneapolis und das gemeinsam mit anderen KünstlerInnen realisierte »Brandon Project« (1996) für das Guggenheim Museum. Cheang's Werk umfasst Medien wie Film, Video, netzbasierte Installationen und Online-Arbeiten, und untersucht nach Aussage der Künstlerin "...ethnic stereotyping, the nature and excesses of popular media, institutional - and especially governmental - power, race relations, and sexual politics."

Apt
Shu Lea Cheang


Exonemo
Danmatsu Mouse Objekt
2007
Schaukasten
Objekt

           

Das «Danmatsu Mouse Objekt» zeigt Relikte und Spuren der Danmatsu Mouse-Zerstörungsaktionen in einem flachen Schaukasten: eine zerstörte Computer-Maus und silbern glänzende Stecknadeln, welche vor schwarzem Hintergrund die Spuren des Mauszeigers im Moment der Agonie nachzeichnen. Zum Objekt gehört die Danmatsu Mouse DVD, auf der die Zerstörungsaktionen aufgezeichnet sind.

Die japanische Künstlergruppe Exonemo macht seit Ende der 90er Jahren in der internationalen Medienkunst Furore. Mit humorvollen Projekten, die immer reflexive Tiefe und ästhetische Komplexität aufweisen, haben sie sich als wichtige Neuerer positioniert. Ihre Werke konnten sie in Institutionen wie dem Centre Pompidou in Paris oder dem Mori Art Center in Tokio zeigen, 2006 erhielten sie die goldene Nika der Ars Electronica.


Demo version der DanmatsuMouse
exonemo


Hervé Graumann
Lampes code
2003
1 lampe, 4 interrupteurs
Object



Wer Hervé Graumann's Lampe mit vier Schaltern in Reihe zum Leuchten bringen will, muss zuerst eine Aufgabe der Bool'schen Schaltalgebra lösen, wie sie für digitale Schaltungen angewandt wird. Jeder Schalter kennt die zwei Zustände 1 oder 0, ein oder aus. Vom Stand der Schaltfläche - nach oben oder unten gerichtet (o/u) - lässt sich an Graumanns Lampe nicht ablesen, ob der jeweilige Schalter den Strom fliessen lässt oder nicht. Um Licht zu bekommen, müssen also alle möglichen Varianten der Schalterkombinationen durchgespielt werden, und das mit System, damit man unnötige Widerholungen vermeidet: u-o-o-o, u-u-o-o, u-o-u-o, u-o-o-u, u-u-u-o, u-o-u-u, u-u-o-u, o-u-o-o, usw. Das kann dauern. George Boole hat seine Logikkalküle 1847 begründet.

Hervé Graumann (1963*) lebt und arbeitet in Genf
. Seit mitte der 90er Jahre untersuchte er in seinem Werk Aspekte der digitalen Ästhetik und Kultur. 1997 nahm er mit frühen Online-Arbeiten an der documenta X in Kassel teil.

Hervé Graumann


Jodi
Max Payne Cheats Only
2004
machinima movie
Dual Channel video

    

Zwischen 1999 und 2004 dekonstruierte das Künstlerkollektiv Jodi in verschiedenen Variationen kommerzielle Ego-Shooter-Spiele. So entstanden die Werkkomplexeuntitled games (1999-2001), Wolfenstein Version (2001), Jet Set Willy Variations (2002) und Max Payne Cheats Only (2004).
In Max Payne Cheats Only eignet sich Jodi den knallharten Third-Person-Shooter Max Payne an und gestaltet mit Hilfe der im Spiel eingebauten Tricks für Spieler, die nicht mehr weiter wissen, einen absurd wirkenden Dauerlauf durch die 3D-Welt des Spiels. Körper- und Raumgbegrenzungen werden aufgelöst, die Spielfiguren wie ausgerastete Maschinenmenschen durch Raumfluchten gehetzt. Indem Jodi die realistische 3D-Grafik des Spiels bei ihren Sisiphos-Effekten unverändert lassen, demontieren sie zugleich das Heldenpathos wie den 3D-Raumillusionismus. Zitat Jodi: "We wanted to do something that was non-aesthetically ours. No scary black blobs on jumping white backgrounds, but trying to achieve the impossible - an abstraction within the aesthetic of a game which is already set."
Anders als die unitled games bietet Max Payne Cheats Only dem Betrachter keine interaktive Navigation durch die Bildwelt an, sondern präsentiert das Werk als 2-Kanal-Video auf DVD. Es wird in einer Edition von 5 Exemplaren angeboten und auf 2 Monitoren oder in einer Doppelprojektion vorgeführt. Neben der hochauflösenden Werkversion bieten Jodi eine frei zugängliche Website mit Netzvideos von Max Payne Cheats Only an.

Das Künstler-Duo Jodi besteht aus Joan Heemskerk (* 1968 in Kaatsheuvel NL) und Dirk Paesmans (* 1965 in Brussels BE). Sie leben und arbeiten in Dordrecht / NL.
Das Werk Max Payne Cheats Only wurde an folgenden Ausstellungsorten gezeigt: Künstlerhaus Wien (2010), eARTS BEYOND, Shanghai Contemporary art fair (2009), ArtHouse Austin (2008), Dallas Video Festival (2008), iMAL, Brussel (2008), HTTP Gallery, London (2007), Carlow Arts Festival, Ireland (2007), 11th Rencontres internationales Paris/Berlin, Paris-Villette Theater, Paris (2006), transmediale Berlin (2006), MonteVideo, Amsterdam (2005), Pace Wildenstein, New York (2005), Spacex, Exeter (2004), FACT, Liverpool (2004)

website maxpaynecheatsonly
jodi


Alexander Hahn
A Young Person's Guide
to Walking Outside the City
1983
Animation 2:28
Movie

      

Die Animation A Young Person's Guide to Walking Outside the City wurde1983 in selbst geschriebenem und gefundenem Code der Programmiersprache TI Extended Basic auf einem Home-Computer TI-99/4A von Texas Instruments produziert. Das Werk ist in der grafischen Bild-Ästhetik und in den linearen Bewegungen der zeitgenössischen Atari- und Arcade-Spiele gehalten, wie man sie etwa von Pac Man (Namco Jp 1980) in Erinnerung hat. Die DA Collection kaufte im Januar 2007 anlässlich von Alexander Hahns Retrospektive im Kunstmuseum Solothurn eine Kopie des Werks mit Vorführrecht.

Alexander Hahn (*1954) lives and works in New York and Zürich. His work explores the shifting realities of everyday life, memory and dream. The method : overtly and covertly recording what's ephemeral and seemingly mundane, then mulling over the various ways these snippets might possibly relate, much like trying to fit the pieces of an unknown puzzle.



video
Alexander Hahn


Esther Hunziker
Frequency
2008
net movie
Video


    

Signale, Rauschen, Frequenzen, Bruchstücke von Musik, Stimmen, Geräusche. Das Bildsignal ist kaum mehr zu erkennen. Die Grenzen verwischen, alles fliesst. Zerfliesst. Durch die fehlende Bildinformation und die elektrosphärische Tonspur aus sich überlagernder Radiofrequenzen bewegt sich das Video in einem abstrakten, hypnotischen Zwischenraum, einem Raum ohne Anfang, ohne Ende, ohne klare Strukturen. «Frequency» wurde 2008 als Beitrag zum Online-Projekt «beam me up»entworfen.

Esther Hunziker's künstlerische Arbeit umfasst internetbasierte Werke, Videos, interaktive Animationen und Bildserien. In ihrem konzeptbetonten Werk bringt sie virtuelle Realitäten zusammen mit Illusionen der realen Welt. Esther Hunziker lebt und arbeitet in Basel.


Frequency online
Esther Hunziker


Birgit Kempker
Sphinx
2004
Internet, sphinx & machine
Participation, Language, Literature, P2P, 56kTv

      

Wer «sphinxt», hört Fragen, mehr noch: erhört sie. So lautet die resolute Erklärung der Sphinx von Pontresina über das eigene Tun. Doch wessen Tun wird erklärt? Das der Maschine, die zuweilen antwortet und zwar im barocken Versmass der Sestine, oder das Tun der Schriftstellerin Birgit Kempker, der Urheberin des Projekts? Die Sphinx von Pontresina ist über das Netz erreichbar: Jeder Besucher, jede Besucherin ist aufgefordert, anonym oder unter Bekanntgabe der eigenen Identität Fragen einzugeben und darf mit einer direkten Antwort rechnen. Die eigene Stimme hat Kempker durch die Ko-Autorschaft einer Maschine, dem Sestinen produzierenden Alter Ego, sowie mehreren digitalen Stimmen verfremdet und vervielfältigt – und so eine Mischung aus direkter Kommunikation und literarischer Freiheit programmiert. Seit Herbst 2004 beantwortete die Sphinx über 800 Fragen.

Birgit Kempker: Prosa, Essay, Hörstücke, Texte für die Kunst, Ausstellungen, Vorträge. Dozentin für Wort und Bild an der Hochschule für Gestaltung HGK Basel und seit 1990 Einrichtung und Betreuung des Faches Sprache/Literatur in der F+F, Kunstschule Zürich.

Sphinx
Birgit Kempker


Marc Lee
TV BOT 1.0
2004
Internet, Multimedia
Information visualization

    

TV Bot von Marc Lee (2004) sucht automatisch die aktuellsten Meldungen aus dem Internet und stellt diese Radio-, Fernseh-, Zeitungs- und Websitemeldungen, die niemals älter als eine Stunde sind, zum vielleicht aktuellsten Fernsehprogramm der Welt zusammen. Da allein das Kriterium der Neuheit gilt – und nicht etwa in welcher Sprache der Beitrag verfasst ist, welche Weltregion er abdeckt oder welches Thema er behandelt, stellt der TV Bot unterschiedslos relevante und irrelevante Bilder und Meldungen zusammen (z.B. die aktuellsten Suchanfragen auf fireball.de) sowie Nachrichten aus den verschiedensten Kontinenten und Kulturen und macht aus diesen ein Fernsehprogramm fast wie aus einem Guß. (Inke Arns)

TV Bot 1.0 wurde 2004 als Beitrag für das Online-Projekt 56kTv bastard channel entwickelt.

Marc Lee arbeitet als Medienkünstler, Grafikdesigner und Softwareentwickler. Seine netzwerkorientierten interaktiven Projekte folgen seit 1999 einer künstlerisch orientierten Produktionspraxis. Lee experimentiert mit Informations- und Kommunikationstechnologien und ortet Themencluster, welche für Kommunikationsprozesse in digitalen Netzwerken wichtig sind. Journalistisch aufbereitete Nachrichten spielen eine zentrale Rolle in dieser Arbeit, die sich auch als kritische Stellungnahme zur Manipulierbarkeit von Medien versteht.

Video-Dokumentation zu TV-BOT 1.0 (Nov 23 2005)
Begleittext zum TV-BOT 1.0 von Inke Arns, Dortmund 2004 (version e / f)
Marc Lee


Marc Lee
TV BOT 2.0
2010
Internet, Multimedia
Information visualization

    

TV Bot von Marc Lee (2004 / 2010) sucht automatisch die aktuellsten Meldungen aus dem Internet und stellt diese Radio-, Fernseh-, Zeitungs- und Websitemeldungen, die niemals älter als eine Stunde sind, zum vielleicht aktuellsten Fernsehprogramm der Welt zusammen. Da allein das Kriterium der Neuheit gilt – und nicht etwa in welcher Sprache der Beitrag verfasst ist, welche Weltregion er abdeckt oder welches Thema er behandelt, stellt der TV Bot unterschiedslos relevante und irrelevante Bilder und Meldungen zusammen (z.B. die aktuellsten Suchanfragen auf fireball.de) sowie Nachrichten aus den verschiedensten Kontinenten und Kulturen und macht aus diesen ein Fernsehprogramm fast wie aus einem Guß. (Inke Arns)
TV Bot 2.0 ist eine restaurierte und aktualisierte Version des TV Bot, die anstatt Real-Streams Flash-Streams abruft. TV Bot 2.0 wurde 2010 als Beitrag für das Online-Projekt beam me up entwickelt.

Marc Lee arbeitet als Medienkünstler, Grafikdesigner und Softwareentwickler. Seine netzwerkorientierten interaktiven Projekte folgen seit 1999 einer künstlerisch orientierten Produktionspraxis. Lee experimentiert mit Informations- und Kommunikationstechnologien und ortet Themencluster, welche für Kommunikationsprozesse in digitalen Netzwerken wichtig sind. Journalistisch aufbereitete Nachrichten spielen eine zentrale Rolle in dieser Arbeit, die sich auch als kritische Stellungnahme zur Manipulierbarkeit von Medien versteht.

TV-BOT 2.0
Restauratorischer Kommentar zum TV-BOT 2.0 (Tabea Lurk, 2010)
Marc Lee


Julian Opie
Walk
2009
Animation on LED display
Animation

  

Die LED-Animation WALK von Julian Opie zeigt in roten Rasterpunkten den Bewegungsablauf schreitender Beine unter einem weich fallenden Rocksaum. Mit einem Minimum an Bildinformationen zeichnet der kurze Loop ein erstaunlich natürlich und anmutig wirkendes Gehen nach. Opie's schreitender Frauentorso ist ein digitaler Nachkomme von Rodins "L'homme qui marche".
Computer animation on LED display / Edition of 200 / Size h: 25.6 x w: 13.4 x d: 4.2 cm
Julian Opie (London, *1958) gehört mit seinen Animationen von schreitenden Menschen international zu den bekanntesten mit digitalen Mitteln arbeitenden Künstlern.

Walk
Julian Opie


Karin Sander
Projekt „Unlimited“, Portrait R.S.
2001
3D-Print, rapid prototyping
Object

    

In der Ausstellung "art unlimited" der ART' 32 Basel 2001 konnte das Publikum nach dem Konzept von Karin Sander in digitalem Scan- und 3D-Druckverfahren kleine Skulpturen der eigenen Figur herstellen lassen. Sanders Skulpturen überlassen Gestalt und Ausdruck der im Maßstab 1:7,7 reproduzierten Personen einerseits den zu Porträtierenden selbst und andererseits den interesselosen Augen der Digitalkameras, die die Figur abtasten. Insofern ist Unlimited eine konzeptuelle Arbeit, aber eine, die mit dem Porträt und dem Selbstporträt klassische Themen der bildenden Kunst behandelt und zugleich (dreidimensionale) Photographie wie figurative Plastik ist.

Mit ihrer künstlerischen Arbeit ist Karin Sander in zahlreichen internationalen Ausstellungsprojekten präsent. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen wie z.B. The Museum of Modern Art, New York und San Francisco (USA); The Metropolitain Museum, New York (USA); Museum Abteiberg, Mönchengladbach (D); Centro Galego de Arte Contemporanea, Santiago di Compostela (E); Kunstmuseum und Staatsgalerie Stuttgart (D); Nationalmuseum Osaka (Japan); Kunstmuseum St Gallen (CH). Seit dem 1. September 2007 ist Karin Sander ordentliche Professorin für Grundlagen des Gestaltens, Kunst und Architektur an der ETH Zürich.

Karin Sander


Huang Shi
Drift Bottles (Flaschenpost)
2006
Interactive Installation
Participation, Messages

    

Ein Teilnehmer öffnet den Flaschendeckel von Huang Shi's Drift Bottle, spricht ein paar Worte in die leere Flasche und verschliesst sie wieder. Sobald ein nächster Besucher die Flasche öffnet, hört er diese Worte. Dann wird auch er gebeten, nach dem Beep eine Nachricht für die nachfolgende Besucherin zu hinterlassen. Nach dem ersten Abhören werden alle Nachrichten unwiderruflich gelöscht. Die Drift Bottles wurden an Ausstellungen der ISEA2006 in San Jose, an der 3rd Beijing International New Media Arts Exhibition und in "New Directions from China" im Plug.in Basel 2007 gezeigt.

Huang Shi wurde 1979 in Nordwest-China geboren. Er schloss seine Studien am Department of Information Art and Design, Academy of Art and Design of Tsinghua University mit dem PhD Grad ab.



John F. Simon, Jr.
Every Icon, Edition Number 118 + 126
1997
Internet, java applet
Conceptual art, time visualization

    

Given: An icon described by a 32 X 32 grid. Allowed: Any element of the grid to be colored black or white. Shown: Every icon.
Am 27.Januar 1997 um 09:42:30 Uhr startete das Programm der Grafik mit 32 x 32 weissen Feldern. Oben links begann das Java applet einen Zählvorgang, in dem schwarze Felder sich in einer nach rechts von Feld zu Feld verdoppelnden Zeitdauer aufreihen. Die exponentiell abnehmende Geschwindigkeit, mit der die schwarzen Felder nach rechts bzw. unten wandern, vermittelt eine unmenschliche Zeiterfahrung. Um alle möglichen 4.3 Millionen Kombinationen von weissen und schwarzen Feldern der obersten Reihe abzuspielen, dauert es nach der Schätzung des Künstlers 16 Monate. Die Vollendung der zweiten Linie benötigt bereits etwa 6 Milliarden Jahre. Der Werktitel "every Icon" spielt auf die Tatsache an, dass im Verlauf der kaum mehr bezifferbaren Zeitspanne, bis alle Felder schwarz sind, alle möglichen erkennbaren und bedeutungslosen Bildzustände vorkommen werden, die sich auf einem Gitterraster von 1024 Feldern konstruieren lassen.
In den ersten Jahren bot Simons über Amazon personalisierte Versionen seines Werks an, von denen 2 im Besitz der DA Sammlung sind.

John F. Simon's Werk umfasst vielfältige Formen von computerbasierten Bildern und Objekten. Der Künstler lebt und arbeitet in New York.

Every Icon
John F. Simon, Jr.


Cornelia Sollfrank
Net Art Generator
2003
Internet, Software/Game
Conceptual art, Media activism, Technology


      

Die Netzkunstgeneratoren von Cornelia Sollfrank sind Computerprogramme (Perl-Scripts), die nach der Eingabe eines Begriffes aus im Netz gefundenen Text- und Bildmaterialien neue Websites oder Bilder collagieren. Seit den ersten Experimenten mit zufallsgenerierten «Kunstwerken» für das Projekt Female Extension 1997 sind fünf unterschiedliche Generatoren entstanden, deren Funktionalität immer ausgefeilter und deren Ergebnisse entsprechend komplexer geworden sind. Die Programme entstehen in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen ProgrammiererInnen. Der Code aller Netzkunstgeneratoren ist als Freie Software von der Homepage herunterladbar  ein deutliches Indiz dafür, dass Sollfrank künstlerische Autorschaft nicht nur zur Diskussion stellt, sondern gleichsam breit zugänglich macht.

Cornelia Sollfrank studierte zunächst Malerei an der Akademie der bildenden Künste München und an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Unterschiedliche Rollen annehmend  Hackerin, Cyberfeministin und Netzkünstlerin  erforscht sie die globalen Kommunikationssysteme. Ihre Übertragung künstlerisch-subversiver Strategien ins digitale Medium sind gezielte Provokationen des Kunstsystems, das nach wie vor primär auf dem Konzept der genialischen, individuellen Autorschaft beruht und in denen weibliche Autorinnen nicht zuletzt in den Neuen Medien immer noch eine Minderheit bilden.

Net Art Generator


Monica Studer/Christoph v d Berg
Still Life Take-Away
1998
Internet, Objekt/Installation
Conceptual art, Digital, Prints, Shop

    

In Still Life Take-Away von 1998 nahmen Monica Studer und Christoph van den Berg die Praxis des Online-Shoppings vorweg, das sich seither für viele Konsumgüter und Dienstleistungen durchgesetzt hat. Unter Berufung auf die traditionsreiche Gattung des Stilllebens bietet die Homepage eine Palette von Gegenständen aus Haushalt und Werkstatt an, die UserInnen als Basis für eine individuelle Komposition anwählen können. Die künstlerische Idee in der Umsetzung als Bild adelt die Schnur, die Folie, den Schwamm oder das Klopapier, und die Auswahl verpflichtet zum Kauf: Der vom Künstlerpaar exklusiv hergestellte Print mit den gewählten Gegenständen wird den UserInnen gegen Rechnung zugeschickt. Allerdings macht der Online-Shop seit 2001 Betriebsferien.
Still Life Take-Away ist ein Leihgabe von Monica Studer und Christoph van den Berg an die DA Collection

Monica Studer und Christoph van den Berg gehören mit Werken wie Legende (1994), Wie man eine Seele baut (1997) und Vue des Alpes (2001) zu den Schweizer KünstlerInnen, die sich früh und hoch reflektiert mit den konzeptuellen wie ästhetischen Möglichkeiten digitaler Kunstwerke befasst haben.

Still Life Take-Away
Monica Studer / Christoph van den Berg


Monica Studer/Christoph v d Berg
travelogue
2005
Internet, 3D images
Game Art, interactive movie, 56kTv

      

Das Spiel »Travelogue« wurde von Monica Studer und Christoph van den Berg 2004/05 als Beitrag zum Online-Projekt 56kTV bastard channel entwickelt. Travelogue gehört zur Kategorie der Game Art. Im virtuell begehbaren Bildraum eines Hotelzimmers muss der Spieler/Werkbetrachter mit erheblichem kombinatorischem Aufwand verschiedene Aufgaben bewältigen und Lösungswege finden, bis er den Ausgang aus dem Hotelzimmer, gewissermassen einem Bildgefängnis, findet. Das Künstlerspiel entwirft eine Bilderzählung, deren Fortlauf man sich interaktiv erspielen muss.

Monica Studer und Christoph van den Berg gehören mit Werken wie Legende (1994), Wie man eine Seele baut (1997) und Vue des Alpes (2001) zu den Schweizer KünstlerInnen, die sich früh und hoch reflektiert mit den konzeptuellen wie ästhetischen Möglichkeiten digitaler Kunstwerke befasst haben.


play the game
Begleittext zum Spiel von Claus Pias
Monica Studer / Christoph van den Berg


Olaf Val
Display
2003
12 Displays
interactive Installation

  

Hinter den Dot Matrix-Bauteilen der Wandinstallation ist jeweils eine Platine mit einem Mikroprozessor montiert, die über zwei Lackdrähte mit Strom versorgt werden. Ein weiterer Draht dient der Vernetzung der einzelnen Displays. Im Gegensatz zu den meisten Versuchsanordnungen, die erforschen, welche Strukturen sich aus der Definition von nachbarschaftlichen Verhältnissen ergeben (zelluläre Automaten), wird in der Wandinstallation „Display“ eine Modularität nicht simuliert. Jedes Display funktioniert tatsächlich autonom und zwischen benachbarten Displays werden tatsächlich Impulse ausgetauscht. Während Dot Matrix-Anzeigen, wie beispielsweise in Fahrstühlen, normalerweise erkennbare Zeichen produzieren, bilden die einzelnen Programme der Displays keine lesbaren, zeichenhaften Darstellungen ab. Erst durch längeres Beobachten lassen sich die Regelwerke erkennen, welche die Lichtpunkte steuern.



Display
Olaf Val


Jan Voellmy
Schnur
2008
Istallation, Software
Interactive, intermedia



An eine Wand wird das Abbild eines mit Klebeband an die Wand geklebten Fadens projiziert. Davor steht ein Mikrofon. Die vom Mikrofon aufgenommenen Töne und Geräusche bewegen den Faden, lassen ihn je nach Intensität sanft schwingen, zucken oder sich ganz zusammenkräuseln.

Jan Voellmy (*1978) lebt als freier Grafiker und Künstler in Basel.

Schnur Movie
Jan Voellmy